Journal article Open Access
Farren , Diego; Wetzels, Peter; Brettfeld, Katrin; Endtricht, Rebecca; Fischer, Jannik M.K.
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<identifier identifierType="DOI">10.25592/uhhfdm.16105</identifier>
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<creatorName>Farren , Diego</creatorName>
<affiliation>Universität Hamburg</affiliation>
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<creatorName>Wetzels, Peter</creatorName>
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<creatorName>Endtricht, Rebecca</creatorName>
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<creatorName>Fischer, Jannik M.K.</creatorName>
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<title>Erste Ergebnisse der Repräsentativbefragung "Junge Menschen in Deutschland 2024"</title>
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<publisher>Universität Hamburg</publisher>
<publicationYear>2024</publicationYear>
<subjects>
<subject>MOTRA</subject>
<subject>Jugendliche</subject>
<subject>Heranwachsende</subject>
<subject>junge Erwachsene</subject>
<subject>repräsentativ</subject>
<subject>Survey</subject>
<subject>politische Einstellungen</subject>
<subject>JuMiD</subject>
<subject>nationale</subject>
<subject>Deutschland</subject>
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<date dateType="Issued">2024-10-16</date>
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<language>de</language>
<resourceType resourceTypeGeneral="Text">Journal article</resourceType>
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<alternateIdentifier alternateIdentifierType="url">https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/16105</alternateIdentifier>
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<relatedIdentifier relatedIdentifierType="DOI" relationType="IsPartOf">10.25592/uhhfdm.16104</relatedIdentifier>
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<rights rightsURI="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode">Creative Commons Attribution 4.0 International</rights>
<rights rightsURI="info:eu-repo/semantics/openAccess">Open Access</rights>
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<description descriptionType="Abstract"><p>Die Studie &bdquo;Junge Menschen in Deutschland&ldquo; (JuMiD) ist Bestandteil des Forschungsprojektes<br>
MOTRA an der Universit&auml;t Hamburg, das vom Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung<br>
(BMBF) sowie dem Bundesministerium des Inneren und f&uuml;r Heimat (BMI) gef&ouml;rdert wird. Die Studie<br>
untersucht, wie Jugendliche und junge Erwachsene die aktuelle gesellschaftliche und politische<br>
Situation in Deutschland wahrnehmen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu Einsch&auml;tzungen der<br>
Probleme und Herausforderungen der heutigen Zeit, was junge Menschen dar&uuml;ber denken und<br>
welche Folgerungen sie f&uuml;r sich daraus ableiten. Dazu werden im Abstand von zwei Jahren<br>
wiederholte Online-Befragungen in Deutschland durchgef&uuml;hrt, in denen &uuml;ber 3 000 junge Menschen<br>
im Alter von 16 bis 21 Jahren zu Wort kommen.</p>
<p>Dieser kurze Bericht stellt einige ausgew&auml;hlte, zentrale Ergebnisse der JuMiD-Studie 2024 vor und vergleicht diese mit Befunden aus dem Jahr 2022. Diese ausgew&auml;hlten deskriptiven Befunde lassen einige wichtige Tendenzen erkennen. So zeigt sich in dieser Altersgruppe ein deutlicher Rechtsruck und eine Zunahme der ohnehin schon recht hohen Unzufriedenheit mit der Politik und den Entscheidungstr&auml;gern im Vergleich zum Jahr 2022.</p>
<p>So hat sich die Rate potentieller AfD-W&auml;hler*innen in dieser Altersgruppe zwischen 2022 und 2024 von 2.3% auf 9.9% erh&ouml;ht, d.h. mehr als vervierfacht. Damit im Einklang stehend ordnen sich 17.2% der Befragten im Jahr 2024 selbst dem eher rechten politischen Spektrum zu. Im Jahr 2022 lag der Anteil derer, die sich in dieser Weise einem rechten Spektrum zuordnen, demgegen&uuml;ber nur bei 9.6%. Gleichzeitig wuchs der Anteil derer, die erkl&auml;ren, nicht w&auml;hlen zu wollen (Nichtw&auml;hler*innen&gt;) innerhalb dieser zwei Jahre von 13.5% auf 20.7%.</p>
<p>Die Bewertung der staatlichen Institutionen zeigt im Ergebnis zwei Gesichter. Auf der einen Seite bewerten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die politischen Parteien und die Regierung immer schlechter. Im Jahr 2024 sahen nur noch 19% der Befragten die politischen Parteien positiv, was einem R&uuml;ckgang von 3.2 Prozentpunkten im Vergleich zu 2022 entspricht. Bei der Regierung liegt dieser Anteil 2024 bei 27.4%, wobei hier der R&uuml;ckgang mit 9 Prozentpunkten noch deutlicher ausf&auml;llt. Weiter auff&auml;llig ist, dass die weit &uuml;berwiegende Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass sich die relevanten Entscheidungstr&auml;ger nicht f&uuml;r die Probleme junger Menschen interessieren (69%) oder nicht in der Lage sind, diese zu l&ouml;sen (75.9%).</p>
<p>Auf der anderen Seite bewertet die Mehrheit der Befragten die Polizei positiv (73.3%) und zwar auch positiver als noch 2022 (Zunahme um 3.6 Prozentpunkte). Die Bewertung der Kommunalpolitiker*innen f&auml;llt im Vergleich zu Parteien und Regierung deutlich besser aus, wenn auch mit 41.1% nicht mehrheitlich positiv.</p>
<p>Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland machen sich ferner im Jahr 2024 gro&szlig;e Sorgen mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Bedrohungen wie den Klimawandel (76.1%), die Zuwanderung von Fl&uuml;chtlingen (52.9%), Wirtschaftskrisen (81.5%) und Krieg (72.6%). Auff&auml;llig ist, dass die Sorge um den Klimawandel seit 2022 etwas an Relevanz verloren hat (R&uuml;ckgang um 7.2 Prozentpunkte), w&auml;hrend Sorgen rund um das Thema Migration und Zuwanderung von Fl&uuml;chtlingen enorm zugenommen haben (um 21.5 Prozentpunkte). Auch der Gaza-Krieg und dessen m&ouml;gliche Folgen werden von den meisten mit gro&szlig;er Sorge betrachtet. Insbesondere eine Ausweitung des Krieges wird von vielen bef&uuml;rchtet, was sich nach dem Abschluss der Befragung in Bezug auf die Ausdehnung auf den Libanon und die Konflikte mit dem Iran als eine realistische Annahme best&auml;tigt hat. Die Besorgnis &uuml;ber den Krieg in der Ukraine nimmt dagegen etwas ab.</p>
<p>Die Befragten scheinen den Druck dieser Probleme auch ganz pers&ouml;nlich als bedeutsame Entwicklungen zu sp&uuml;ren, denn die &uuml;berwiegende Mehrheit stimmt den Aussagen zu, dass dringend etwas gegen die aktuellen Probleme in Deutschland getan werden muss. Illegale Protestformen werden aber gleichwohl von der &uuml;berwiegenden Mehrheit abgelehnt.</p>
<p>Die Ergebnisse zeigen, dass erkennbare Ver&auml;nderungen auf dem Wege sind, die auch in politischer Hinsicht hoch relevant sind. Insofern erscheint es aus unserer Sicht sinnvoll, die JuMiD-Studie in den n&auml;chsten Jahren weiter fortzusetzen. Die Meinungen und subjektiven Erlebnisse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen kontinuierlich &uuml;ber ein solches Monitoring im Blick zu behalten ist essentiell, um Potentiale k&uuml;nftiger politischer Entwicklungen bereits in der Phase ihrer Entstehung analysieren und gezielt darauf reagieren und eingehen zu k&ouml;nnen.</p></description>
<description descriptionType="Other">Informationen zu diesem Projekt sind unter https://www.jumid.uni-hamburg.de/startseite-jumid.html online zugänglich</description>
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