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Antisemitismus bei Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland: Zur Bedeutung von Migrationshintergrund und Religion. UHH MOTRA Forschungsbericht No. 15 aus dem Institut für Kriminologie an der Fakultät für Rechtswissenschaft. Hamburg: Universität Hamburg.

Fischer, Jannik M.K.; Wetzels, Peter; Brettfeld, Katrin; Farren, Diego


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{"@context":"https://schema.org/","@id":"http://doi.org/10.25592/uhhfdm.14825","@type":"ScholarlyArticle","creator":[{"@type":"Person","affiliation":"Universit\u00e4t Hamurg","name":"Fischer, Jannik M.K."},{"@type":"Person","affiliation":"Universit\u00e4t Hamburg","name":"Wetzels, Peter"},{"@type":"Person","affiliation":"Universit\u00e4t Hamburg","name":"Brettfeld, Katrin"},{"@type":"Person","affiliation":"Universit\u00e4t Hamburg","name":"Farren, Diego"}],"datePublished":"2024-08-24","description":"<p><em>In dem vorliegenden Forschungsbericht werden Ergebnisse einer im Fr&uuml;hsommer 2022 durch&shy;gef&uuml;hrten Onlinebefragung einer f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung in Deutschland insgesamt repr&auml;sen&shy;tativen Einwohnermeldeamtsstichprobe von n=3&nbsp;270 Jugendlichen und Heranwachsenden vorgestellt. Im Mittelpunkt der Analysen stehen die Verbreitung antisemitischer Vorurteile bei jungen Menschen, deren soziale Verteilung sowie daf&uuml;r relevante Einflussfaktoren. Die Ergebnisse zeigen, dass insgesamt 2.1% der Jugendlichen und Heran&shy;wachsenden offen f&uuml;r antisemitische Ressentiments sind. Weitere 2.0% lassen eindeutige, hoch ausgepr&auml;gte antisemitische Ein&shy;stellungen erkennen. Damit sind die Pr&auml;valenzraten antisemitischer Einstellungen bei jungen Menschen etwa halb so hoch wie die mit gleichartigen Messinstrumenten im gleichen Jahr in einer repr&auml;sentativen Befragung von Erwachsenen festgestellten Raten. Es sind aber erhebliche Differenzen der Pr&auml;va&shy;lenzraten antisemitischer Einstellungen zwischen Teilgruppen der jungen Menschen zu erkennen. Jugendliche und Heranwachsende mit einem Migrations&shy;hintergrund weisen signifikant erh&ouml;hte Raten antisemitischer Einstellungen auf. Besonders hoch sind diese Raten antisemitischer Vorurteile bei jungen Muslim:innen. Aber auch dort stellen antisemitische eingestellte Jugendliche und Heranwachsende nicht die Mehrheit.</em></p>\n\n<p><em>Multivariate Analysen zeigen weiter, dass die hohe Verbreitung antisemitischer Ressentiments bei jungen Muslim:innen nicht durch deren vermehrte individuellen Diskriminierungserlebnisse oder die bei ihnen weit verbreitete Wahrnehmung einer kollektiven Marginalisierung ihrer Eigengruppe erkl&auml;rt werden kann. Wichtige Einflussfaktoren sind hingegen, neben einer geringen Bildung, die Neigung zum Verschw&ouml;rungsglauben sowie eine rigide, fundamentalistische Religionsauffassung. Besonders auffallend und f&uuml;r die Praxis relevant ist die erkennbare starke &Uuml;berrepr&auml;sentation von Muslim:innen der ersten Migrantengeneration unter den jungen Menschen mit antisemitischen Einstellungen. Insoweit ist f&uuml;r die Antisemitismuspr&auml;vention festzustellen, dass ein gro&szlig;er Anteil ihrer Zielgruppe aus jungen Migrant:innen der ersten Migrant:innengeneration besteht, darunter in hohem Ma&szlig;e vor allem junge Muslim:innen, f&uuml;r die geeignete Angebote geschaffen werden sollten. </em></p>","headline":"Antisemitismus bei Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland: Zur Bedeutung von Migrationshintergrund und Religion. UHH MOTRA Forschungsbericht No. 15 aus dem Institut f\u00fcr Kriminologie an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Rechtswissenschaft. Hamburg: Universit\u00e4t Hamburg.","identifier":"http://doi.org/10.25592/uhhfdm.14825","image":"https://zenodo.org/static/img/logos/zenodo-gradient-round.svg","keywords":["Antisemitismus","antisemitism","juveniles","Jugendliche","Migration","Religion","Muslime","repr\u00e4sentativer Survey"],"license":"https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode","name":"Antisemitismus bei Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland: Zur Bedeutung von Migrationshintergrund und Religion. UHH MOTRA Forschungsbericht No. 15 aus dem Institut f\u00fcr Kriminologie an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Rechtswissenschaft. Hamburg: Universit\u00e4t Hamburg.","url":"https://www.fdr.uni-hamburg.de/record/14825"}

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