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Transkripte der Jugendverbandsstudie. Zur kompensatorischen Bedeutung von Jugendverbänden als Bildungsorte

Grotlüschen, Anke


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{"DOI":"10.25592/uhhfdm.11179","abstract":"<p>Dieses Datenset beinhaltet die anonymisierten Transkripte der Interviews, welche innerhalb des Jugendverbandsprojekts gef&uuml;hrt wurden.<br>\n<br>\n<strong>Projektbeschreibung</strong></p>\n\n<p>Familie, Schule, Medien und Peers sind oft Gegenstand der Ungleichheitsforschung. Doch auch die scheinbare sozialisatorische Nische &sbquo;Jugendverband&lsquo; zeigt sich bei n&auml;herem Hinsehen als breites Feld: Jugendverb&auml;nde organisieren &uuml;ber 40% der Jugendlichen in Deutschland und 22% der Jugendlichen &uuml;bernehmen ein Ehrenamt. Jugendverb&auml;nde stellen einen bedeutsamen Teil non-formaler Bildungssettings dar. Die Engagementforschung zeigt, dass in non-formalen Settings umfangreiche Kompetenzen erworben werden k&ouml;nnen, die auch Auswirkungen auf den formalen Bildungsverlauf haben. Auch wenn Jugendverb&auml;nde formal allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gleicherma&szlig;en zug&auml;nglich sind, werden sie ungleich genutzt und reproduzieren so auch soziale Ungleichheit &ndash; eine nur formale Gleichheit bei informeller Ungleichheit. Offen ist allerdings, wie diese Ein- und Ausschlie&szlig;ungsprozesse verlaufen.</p>\n\n<p>Unsere These ist, dass es &sbquo;verbandstypische Orientierungen&lsquo; gibt, die bestimmten sozialen Gruppen n&auml;her stehen und wodurch andere Gruppen tendenziell ausgeschlossen werden. Diese sollen in einem ersten Schritt anhand von unterschiedlichen Jugendverb&auml;nden herausgearbeitet werden.</p>\n\n<p>Des Weiteren besteht die Annahme, dass &auml;ltere Jugendliche und Erwachsene in Jugendverb&auml;nden &auml;hnliche Einfl&uuml;sse auf die Ein&uuml;bung und Einf&uuml;hrung in bestimmte Verhaltensweisen und Werteorientierungen haben k&ouml;nnen wie das Elternhaus. Demnach w&uuml;rden Jugendliche profitieren von Erwachsenen, die unbemerkt und oft unabsichtlich als &sbquo;Zieh-Eltern&lsquo; in ihr Leben treten. Uns interessiert hierbei, inwiefern solche intergenerationalen Beziehungen eine wichtige Rolle beim Gelingen untypischer Bildungsverl&auml;ufe trotz &sbquo;riskanter&lsquo; Ausgangslage spielen k&ouml;nnen. Jugendverb&auml;nde k&ouml;nnten demnach einen Beitrag dazu leisten, die kulturelle Distanz zwischen Herkunftsfamilie und formellem Bildungswesen zu verringern und damit einen Rahmen darstellen, in dem speziell Jugendliche aus &bdquo;schulbildungsfernen&ldquo; Milieus die M&ouml;glichkeit erhalten, einen st&auml;rker &bdquo;schulbildungsaffinen Habitus&ldquo; zu erwerben und einzu&uuml;ben, der ihnen also im formalen Bildungswesen zu &bdquo;Erfolg&ldquo; verhilft.</p>\n\n<p>Unsere Fragestellung zielt damit einerseits darauf, Selektionsprozesse in Jugendverb&auml;nden nachzuvollziehen und zu erkl&auml;ren und andererseits zu fragen, inwiefern Jugendverb&auml;nde kompensatorisch zu Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe beitragen (k&ouml;nnen).</p>\n\n<p><strong>Forschungsdesign</strong></p>\n\n<p>Mit der Methode der Gruppenwerkstatt, einem erweiterten Gruppendiskussionsverfahren, erheben wir die &sbquo;verbandstypischen Orientierungen&lsquo; kontrastiv ausgew&auml;hlter Jugendverb&auml;nde. Diese Werkst&auml;tten mit in Verb&auml;nden engagierten Jugendlichen werden transkribiert und anschlie&szlig;end habitushermeneutisch ausgewertet. In einer weiteren Untersuchungsphase sollen mit Hilfe von Interviews die F&ouml;rderbeziehungen innerhalb dieser Verb&auml;nde untersucht werden.</p>\n\n<p><strong>Sample</strong></p>\n\n<p>Jugendverb&auml;nde aus folgenden Bereichen sollen Ber&uuml;cksichtigung finden:</p>\n\n<ul>\n\t<li>Pfadfinderinnen und Pfadfinder</li>\n\t<li>Jugendverband aus der Arbeiter-Tradition</li>\n\t<li>Jugendverband einer Hilfsorganisation</li>\n\t<li>Jugendverband aus einer l&auml;ndlich-b&auml;uerischen Tradition</li>\n\t<li>Fu&szlig;ballfanclub (Jugendliche in einem Zusammenschluss ohne ausgepr&auml;gte Verbandsstruktur)</li>\n</ul>\n\n<p><strong>Projektleitung</strong></p>\n\n<p><a href=\"https://www.ew.uni-hamburg.de/ueber-die-fakultaet/personen/grotlueschen.html\">Prof. Dr. Anke Grotl&uuml;schen</a> (Standort Hamburg)<br>\nProf. Dr. Helmut Bremer (Standort Duisburg-Essen)</p>\n\n<p><strong>MitarbeiterInnen</strong></p>\n\n<p><a href=\"https://www.ew.uni-hamburg.de/einrichtungen/ew3/erwachsenenbildung-und-lebenslanges-lernen/projekte/abgeschlossene-projekte/jugendverband.html#__target_object_not_reachable\">Dr. Wibke Riekmann</a>, <a href=\"https://www.ew.uni-hamburg.de/einrichtungen/ew3/erwachsenenbildung-und-lebenslanges-lernen/projekte/abgeschlossene-projekte/jugendverband.html#__target_object_not_reachable\">Alf-Tomas Epstein</a> (Standort Hamburg)<br>\nMark Kleemann-G&ouml;hring (Standort Duisburg-Essen)</p>\n\n<p><strong>Laufzeit</strong></p>\n\n<p>September 2012 bis August 2015</p>\n\n<p><strong>Partner</strong></p>\n\n<p>Universit&auml;t Duisburg-Essen</p>\n\n<p><a href=\"https://www.ew.uni-hamburg.de/einrichtungen/ew3/erwachsenenbildung-und-lebenslanges-lernen/projekte/abgeschlossene-projekte/jugendverband.html\">Jugendverbandsstudie: Fakult&auml;t Erziehungswissenschaft: Universit&auml;t Hamburg</a><br>\n<br>\nVer&ouml;ffentlicht sind eine Reihe von Teilaspekten der Befunde (Bremer &amp;amp; Kleemann-G&ouml;hring, 2015; Epstein, 2015a, 2015b; Grotl&uuml;schen, 2017; Grotl&uuml;schen &amp;amp; Epstein, 2014; Kleemann-G&ouml;hring &amp;amp; Epstein, 2016)</p>","author":[{"family":"Grotl\u00fcschen, Anke"}],"id":"11179","issued":{"date-parts":[[2022,12,12]]},"language":"deu","title":"Transkripte der Jugendverbandsstudie. 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